Wo schon Kaiser Wilhelm I., der russische Zar und Goethe entspannten  

Ein Beitrag von Herrn Dr. Sarholz, Kur- und Stadtmuseum im Alten Rathaus, Badems

Ein Ort der Gesundheit ist das Kurhaus bereits seit sieben Jahrhunderten. Hier, wo das "Emser Kränchen" und andere Heilquellen entspringen, standen bereits im 14. Jahrhundert Badegebäude. Grafen, Ritter und Erzbischöfe vergnügten sich in den herrschaftlichen Bädern.
Im Barock, als Bad Ems bereits zu den berühmtesten Bädern Deutschlands gehörte, erhielt das Kurhaus seine heutige Gestalt. Die Landgrafen von Hessen erbauten ihr Logierhaus teilweise auf den mittelalterlichen Grundmauern über dem westlichen Teil der Brunnenhalle mit der Kränchenquelle. Es wurde 1912 - wiederum auf den alten Grundmauern - durch den heutigen Bau ersetzt.

Im Original erhalten ist hingegen das 1711/15 erbaute "Fürstlich Nassau-Oranische Badehaus", das heutige "Kurhotel Bad Ems". Der schlossartige Barockbau erhebt sich über dem östlichen Teil der Brunnenhalle, über der im zweiten Obergeschoss der repräsentative "Kaisersaal" mit seiner bemerkenswerten, wahrscheinlich im Jahre 1720 entstandenen Stuckdecke liegt. Zu den Gästen des Hauses gehörten barocke Fürsten und Prinzessinnen, 1774 Goethe, im 19. Jahrhundert mehrmals der russische Zarenhof sowie natürlich Kaiser Wilhelm I., der von 1867 bis 1887 fast jährlich kam und im ersten Stock des östlichen "Kaiserflügels" wohnte.

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